21. September 2011

Weltalzheimertag: Wieder einmal ohne die Betroffenen?

Wie in jedem Jahr wird auch 2011 am 21. September in vielen Ländern der Erde der Weltalzheimertag begangen. So auch in Deutschland. Mediziner, Demenzforscher, Pflege-Experten sowie organisierte Angehörige melden sich zu Wort und wollen in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit für das Thema Demenz schaffen. „Wo aber bleiben die Betroffenen selbst?“, fragt Peter Wißmann, Geschäftsführer der Demenz Support Stuttgart. „Am Weltalzheimertag wird viel über sie geredet. Und wieder einmal kommt niemand auf die Idee, diejenigen, die mit einer Demenz leben, nach ihrer Meinungen zu fragen und sie um Stellungnahmen zu bitten. Dabei sind sie es, die als einzige über Wissen darüber verfügen, was es bedeutet, mit Demenz zu leben.“ Dass Menschen mit Demenz für sich selbst sprechen können, ist in jüngster Zeit wiederholt eindrucksvoll deutlich geworden. Mit Veröffentlichungen, Veranstaltungen und anderen Aktivitäten hat Demenz Support Stuttgart gGmbH versucht, hierzu Beiträge zu leisten, Impulse zu geben und Zeichen zu setzen. So zuletzt durch Berufung eines Beraterkreises, dessen Mitglieder alle von demenziellen Veränderungen betroffen sind. Anlässlich des Welt-Alzheimertages wurden die sechs Expertinnen und Experten in eigener Sache gebeten, ein Statement darüber abzugeben, was sie sich zu diesem Tag wünschen und/oder welche Erwartungen sie an ihr Umfeld haben. Helga Rohra, von Beruf Dolmetscherin und frisch gebackene Autorin des zum Weltalzheimertag erscheinenden Buches "Aus dem Schatten treten", formuliert beispielsweise Ideen und Bitten an unterschiedliche Gruppen. An die Kommunalpolitik gewandt erinnert sie diese daran, dass Menschen mit Demenz für sich selbst sprechen können und fordert dazu auf, die Betroffenen in kommunale Gremien einzubeziehen und ihnen zuzuhören. Ihr Statement wie die der übrigen Mitglieder des Beraterkreises finden Sie hier:
» Statements zum Weltalzheimertag 2011

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