28. August 2015

… und worin noch niemand war: Heimat!

Was fällt Ihnen beim Wort 'Heimat' ein? Im Unterschied zu landläufigen, rein rückwärtsgewandten und tendenziell verkitschenden Deutungen unterstreicht das zitierte Diktum des Philosophen Ernst Bloch das Prozesshafte, Unerfüllt-Utopische des Begriffs. In der Übertragung auf die Situation von Menschen mit Demenz deutet er zudem auf die Erkenntnis, dass „Heimat“ immer wieder neu errungen werden muss. Bezogen auf die Situation derjenigen, die mit demenziellen Veränderungen leben, ist vielleicht mit am wichtigsten, dass sinnesbezogene Erinnerungen (visuelle oder auditive Eindrücke, Geschichten, Geschmacksempfindungen, Gerüche) in diesem Ringen Halt, Stütze, Rückversicherung bieten können. Gleichzeitig sind es keineswegs nur die Dinge der Welt, in denen dieser Sehnsuchtsort aufscheinen, sich manifestieren kann … Dass der Begriff in der Vergangenheit von rückwärtsgewandten Kräften grünmlich vereinnahmt und verbogen worden ist, soll und kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Heimat – in der jeweils eigenen Auslegung bzw. Besetzung durch eine Person – für Lebensgefühl und Wohlbefinden immens bedeutsam ist. Was dies im Feld Demenz konkret meinen und bedeuten kann, erfahren Sie in der neuen Ausgabe von demenz-DAS Magazin.

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