KuKuK: Kunst, Kultur, Kreativität

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In der Gesellschaft des langen Lebens wird die Zahl der Bürger/innen mit kognitiven Beeinträchtigungen (Demenz u.a.) immer weiter zunehmen. Die Gesellschaft muss lernen, damit zu leben und umzugehen. Dazu ist es notwendig, den Menschen eine moeglichst unbelastete Auseinandersetzung mit dieser Thematik zu ermöglichen. Kunst und Kultur können einen wichtigen Beitrag dazu leisten. Sie sind in der Lage Menschen zu erreichen, die auf den eingefahrenen Wegen eher nicht erreicht werden. Daher ist Demenz Support Stuttgart offensiv auf bisher "themenfremde‘" Künstler zugegangen, um mit ihnen Möglichkeiten einer künstlerischen Auseinandersetzung zu entwickeln und an konkreten Projekten arbeiten. Dieses Vorgehen soll Impulscharakter für weitere Aktivitäten dieser Art haben. Es geht dabei nicht um kulturelle Formate, die im engeren Umfeld der "Demenzszene‘" verharren, sondern um solche, die im ‚normalen‘ Kulturbetrieb angesiedelt sind.

Das Projekt hat zwei Schwerpunkte:

1. Kunst- und Kulturschaffende aus verschiedenen Sparten kommen in Kontakt mit Menschen mit Demenz, um im Rahmen moderierter Kreativworkshops gemeinsam Ideen und Projekte zu entwickeln. Dabei geht es darum, wie sie

a) das Thema Demenz künstlerisch aufgreifen

b) es in ihre Programme integrieren und wie sie es

c) auf künstlerischem Wege Zielgruppen jenseits der beruflich/familiär ohnehin damit befassten Personen nahebringen können (Kulturinteressierte, junge Menschen u.v.m.).

Im Workshop begegnen sich Künstler/innen und Demenzbetroffene. Es geht um die gemeinsame Entwicklung und Umsetzung künstlerischer Projekte und Ausdrucksformen und um adäquate Einbeziehungs- und Mitarbeitsformate.

Der Workshop wird von der Demenz Support Stuttgart - in fachlicher Kooperation mit der ZAV-Künstlervermittlung Stuttgart (Fachvermittlungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit für darstellende Künstler) - organisiert, fachlich geleitet und durchgeführt. Beteiligt sind Künstler unterschiedlicher Sparten der darstellenden Kunst (Schauspiel, Musik, Show und Kabarett). Beim ersten Workshop geht es darum, sich gemeinsam dem Thema und Anliegen zu nähern und erste Projektideen zu entwickeln. Thema bedeutet hier: die Sicht auf Demenz. Wie kann man das Thema aufgreifen? Wie können es Demenzbetroffene aktiv gestalten? Welche Umsetzungsformen sind möglich? Der erste Workshop endet mit ersten Projektskizzen, die nachfolgend konkretisiert und weiterverfolgt werden. Im zweitägigen Folgeworkshop wird an den Projekten, die sich als machbar herausgestellt haben, in Richtung Umsetzung detailliert weitergearbeitet.

2. Die Anliegen von Menschen mit Demenz bilden die Grundlage für die Erarbeitung von Rapsongs, um einer jüngeren Generation die Thematik auf musikalische Art näher zu bringen. Aus der Zusammenarbeit eines Musikers, der Demenz Support Stuttgart und einer Reihe demenzbetroffener Menschen aus ganz Deutschland sollen ein Musikvideo und eine CD mit Rap-Songs entstehen. Die Texte ergeben sich aus den Ideen, Äußerungen, Themen und Geschichten der beteiligten Menschen mit Demenz. Der Musiker und die Beteiligten von Demenz Support stellen sich als „Ermöglicher“ zur Verfügung (Gespräche führen, zu Texten verdichten, Musik komponieren). Durch das Musikvideo (YouTube) und die CD (zum Selbstkostenpreis) sollen ganz neue Zielgruppen angesprochen werden (junge Menschen, Musikinteressierte u.v.m.).

Am Projekt KuKuK sind seitens Demenz Support Stuttgart eine ganze Anzahl bürgerschaftlich Engagierter beteiligt. Das Projekt wird von der Erich und Liselotte Gradmann Stiftung und der Bürgerstiftung Stuttgart gefördert. Von seiner konzeptionellen Anlage her will es örtlich ungebunden zur Nachahmung anregen. Aus der Stuttgarter Kunstszene haben eine ganze Reihe Kunstschaffender Interesse an einer Teilnahme bekundet. Die Veranstalter sind zuversichtlich, dass das Projekt die Stuttgarter Kunstszene in vielfacher Hinsicht bereichern wird.

Wir danken den Förderern


Bürgerstiftung Stuttgart