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Teilhabe und Gesellschaft

Demenz ist ein ebenso facettenreiches wie vielschichtiges Phänomen der heutigen Gesellschaften. Die Erkenntnisse über seine unterschiedlichen Dimensionen sind in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. So auch das Wissen darüber, was es bedeutet, mit einer Demenz zu leben.


Damit ist auch die Einsicht in den Vordergrund gerückt, dass Lebensqualität und Wohlergehen wesentlich von Grad und Art des sozialen Einbezogenseins der mit einer Demenz konfrontierten Menschen abhängen. Dies gilt sowohl für diejenigen, die Demenz am eigenen Leib erfahren, als auch für ihr unmittelbares persönliches Umfeld – Familie, Freundinnen, Freunde und andere Helfer und Unterstützer. Wir müssen davon ausgehen, dass insbesondere die direkt Betroffenen aufgrund ihrer kognitiven und funktionalen Besonderheiten allzu oft an der Teilhabe an den vielfältigen Formen des sozialen Miteinanders gehindert und ausgeschlossen werden. Einen Ansatzpunkt für Veränderungen liefert der Umstand, dass mit einer Demenz Lebende als von ihrer Umwelt behinderte Menschen gelten können, die „langfristige körperliche, seelische, geistige oder Sinnesschädigungen haben, welche sie in ihrer Wechselwirkung mit verschiedenen Barrieren an der vollen, wirksamen und gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft hindern können“ (UN-Behindertenrechtskonvention, Art. 1, Abs. 2). Solche Barrieren können sowohl physischer als auch einstellungsbedingter Natur sein.


Die in Deutschland 2009 in Kraft getretene Konvention zum Schutz der Rechte von Menschen mit Behinderungen fordert dazu auf, für die Teilhabe all jener Sorge zu tragen, die aufgrund unterschiedlicher Beeinträchtigungen alltägliche Behinderungs- und Ausschlusserfahrungen machen. Möglichkeiten der Teilhabe sicherzustellen ist zum einen eine Aufgabe für die Politik, muss zum anderen aber auch als eine bürger(gesell)schaftliche Herausforderung verstanden und angenommen werden. Nur die erfolgreiche Bewältigung beider Anforderungen wird uns dem Ziel der Verwirklichung einer inklusiven Demokratie (Joan Tronto) einen Schritt näher bringen.


Teilhabe und Gesellschaft als Querschnittsthema

Der Themenkomplex „Teilhabe und Gesellschaft“ wird bei Demenz Support Stuttgart zum einen in Form eines eigenständigen Arbeitsfelds behandelt. Gleichzeitig erweist sich die Frage nach den Möglichkeiten sozialer Teilhabe jedoch auch als eine Querschnittsthematik, die sich durch sämtliche Arbeitsfelder und Anstrengungen zieht.