Christine Bryden (Australien)

Demenzbetroffene, Autorin des Buches "Mein Tanz mit der Demenz"

Christine Bryden Christine Bryden trifft der «Fluch des Zeigefingers Demenzdiagnose» mit 46 Jahren. Sie arbeitet zu diesem Zeitpunkt als erfolgreiche Führungsperson im australischen Premierministerium. Ihre zwei Töchter erzieht sie allein.

Die Diagnose Demenz wird für sie zu einem Tanz auf einem Vulkan, der sie schockiert, ängstigt, verzweifelt und depressiv werden lässt. Eine emotionale Achterbahnfahrt, die sie in «Dancing with Dementia» beschreibt. – Doch mutig und charismatisch, mit spitzer Feder schreibend und mit Hilfe ihres Mannes Paul trotzt sie der Demenz und ringt ihr ein aktives und autonomes Leben ab. Mehr als das, sie wird zur führenden Demenz-Aktivistin und einer treibenden Kraft der Demenz-Selbsthilfebewegung im englischsprachigen Raum. Sie gibt stellvertretend Menschen mit Demenz eine Stimme, meldet sich zu Wort und kämpft erfolgreich gegen Widerstände für die Interessen von Menschen mit einer Demenz. Mit ihrem Buch und ihrer positiven Lebenseinstellung unterstützt sie viele Menschen mit Demenz, stärkt ihre Autonomie, Kompetenzen und Selbstachtung.

Angehörigen und professionell Tätigen vermittelt sie, wie Betroffene positiv mit der Krankheit leben, und wie sie gut und individuell unterstützt werden können. Dem Zerrbild «Demenz» hält sie ein realistisches Bild entgegen ohne die Einschränkungen, welche die Erkrankung mit sich bringt, und die Abhängigkeit von Familienangehörigen und Betreuenden in ihrer Wichtigkeit, auszuklammern. Sie mindert damit glaubhaft soziale Ängste gegenüber der Demenz und ermöglicht es, Menschen mit einer Demenz offener, verständnisvoller und flexibler zu begegnen.

Christine Bryden zeigt, wie sie mit der Demenz tanzt, ohne sich aus dem Rhythmus und dem Takt des Lebens bringen zu lassen.
(Quelle: Verlag Hans Huber).


Helga Rohra (Deutschland)

Demenzbetroffene, Dolmetscherin, Autorin des Buches "Aus dem Schatten treten" - warum ich mich für unsere Rechte als Demenzbetroffene einsetze"

Helga RohraMit 54 Jahren wurde Helga Rohra die Diagnose Lewy-Body-Demenz gestellt. Sie stürzte in eine Depression. Als sie Anfang2010 erstmals öffentlich über ihre Demenz sprach, geschah das noch unter dem Pseudonym „Helen Merlin“. Seitdem ist viel passiert: Helga Rohra wurde zu einer Aktivistin, die sich einmischt, um die Sache der Menschen mit Demenz zu vertreten: Im Vorstand der Alzheimer Gesellschaft München, auf Fachkongressen und in den Medien. Regelmäßig schreibt sie für demenz.DAS MAGAZIN). Sie hat ausführlich Tagebuch über das letzte Jahr geführt und bereitet mit Unterstützung von Falko Piest (Demenz Support Stuttgart) für diesen Herbst ein Buch über Ihr Leben und Ihre Arbeit vor.

Helga Rohra wendet sich an alle, die aus erster Hand erfahren wollen, welche Hürden Menschen mit Demenz in unserer Gesellschaft überwinden müssen und welche Potenziale noch in ihnen stecken. Ihr Buch ist aber auch eine Einladung an andere Betroffen, sich auszutauschen und gemeinsam die Stimme zu erheben, für eine wirkliche Teilhabe von Menschen mit Demenz.

„Ich bin dement, na und?“ ist ihr Motto, wenn sie von ihren Erlebnissen mit Nicht-Dementen berichtet. Da sind etwa die Psychiater, die öffentlich bezweifeln, dass sie unter einer Demenz leidet. Oder die Angehörigen sozialer Berufe, die sich im Umgang mit ihr überfordert fühlen. Und die Nachbarn und Freunde, die hilflos stammeln: „Du Arme, bist Du jetzt auch dement!“ Mit Scharfsinn und einer gehörigen Portion Humor hält Helga Rohra der Gesellschaft den Spiegel vor. Sie zeigt, wie unbeholfen wir Menschen mit Demenz gegenübertreten. Und wie wenig wir ihnen dabei gerecht werden.


Richard Taylor (USA)

Alzheimerbetroffener und -aktivist, Autor des Buches "Alzheimer und Ich"

Richard TaylorIm Jahr 2001 erhielt der Psychologe Dr. Richard Taylor, damals 58 Jahre alt, die Diagnose "Demenz, vermutlich vom Alzheimer-Typ". Wenig später begann er damit, täglich fünf bis sechs Sunden zu schreiben, um sich und was mit ihm vorging besser zu verstehen. Mittlerweile schreibt er auch, um auf die Lage von Alzheimerbetroffenen aufmerksam zu machen. Richard Taylor, der sich selbst als Alzheimer-Aktivist bezeichnet, ist ein leidenschaftlicher Fürsprecher von Menschen mit Demenz. Er war eine der treibenden Kräfte bei der Einrichtung des Beirats der US-Amerikanischen Alzheimer-Gesellschaft. Heute arbeitet er in einem ähnlichen Gremium der Amerikanischen Alzheimer-Stiftung mit. Dort befasst er sich mit der Frage, wie Betroffene besser in Leitung, Programmentwicklung und Dienstleistungsangebote der Stiftung eingebun-den werden können. Außerdem ist er ein gefragter Redner bei Fachkonferenzen. Er wendet sich wortgewandt an Personen, die professionell auf dem Feld der Demenz arbeiten, wie auch an pflegende Ange-hörige. Nachdenklich und durchdacht versucht er zu erklären, was Menschen mit Demenz durch den Kopf geht.

Mit seinem auf Deutsch erschienenen Buch "Alzheimer und Ich: Leben mit Dr. Alzheimer im Kopf", veröffentlichte Richard Taylor eine Sammlung von Essays, die er seit seiner Diagnose verfasst hat. Auf eine unnachahmliche Art bringt er in seinen Texten, wie auch in seinen Re-den, das Erleben der Menschen mit Demenz auf den Punkt.

Richard Taylor ist Mitglied im Kompetenzteams des deutschsprachigen demenz.DAS MAGAZIN.


Christian Zimmermann (Deutschland)

Demenzbetroffener, Unternehmer, Autor des Buchs „Auf dem Weg mit Alzheimer - Wie sich mit einer Demenz leben lässt“

Christian ZimmermannDer 60jährige Christian Zimmermann lebt mit seiner Familie in München. Nachdem 2007 bei ihm eine Alzheimerdemenz diagnostiziert wurde, zog sich der Unternehmer aus der gemeinsam mit seiner Frau gegründeten Firma zurück. Diese wird nun von seiner Tochter und seiner Frau weitergeführt.

Sein neuer Begleiter, Herr Alzheimer, wie ihn Christian Zimmermann nennt, hat ihn zu neuen Aktivitäten gebracht. So hat er beispielsweise mit dem Malen begonnen. Überall in seiner Wohnung kann man seine Werke betrachten, aber nicht nur dort. Eine seiner Arbeiten war auf dem Cover der ersten Ausgabe des Magazins demenz zu sehen und ebenso wie Arbeiten von Jörg Immendorf und vielen anderen Künstlern sind auch Arbeiten von ihm Teil der Ausstellung „Trotzdemenz“, die von der Stiftung DIADEM organisiert wurde. Und: In einem kleinen Münchener Hinterhoftheater in Schwabing steht Christian Zimmermann gemeinsam mit anderen Menschen regelmäßig auf der Bühne und probt kleine Stücke.

Der Münchener möchte anderen von Gehirnalterung betroffenen Menschen ein Beispiel dafür geben, wie man mit der Alzheimerdemenz umgehen und sie in sein Leben integrieren kann. Mittlerweile ist er auf zahlreichen Veranstaltungen aufgetreten, hat Interviews gegeben und ist in dem Buch „Ich spreche für mich selbst. Menschen mit Demenz ergreifen das Wort“ vertreten. Christian Zimmermann ist Mitglied des Kompetenzteams von demenz.DAS MAGAZIN. Einer seiner Leitsätze lautet: „Man kann doch nicht einfach nur rum sitzen und heulen, man muss sein Leben doch annehmen und leben, wie es ist!“ Zurzeit arbeitet er gemeinsam mit Peter Wißmann (Demenz Support Stuttgart) an einem Buch, das anderen Betroffenen Mut machen und ihnen Hilfestellungen geben will. „Wer kann denn besser Auskunft über das Leben mit Alzheimer geben, als jemand, der tatsächlich damit lebt? fragt der Münchener.